Willkommen in der Welt der Poesie von Tamon Taal
Tamon Taal
Gedichte
Wälder
ich renne
durch einen Wald
aus lauter bunten Bildern
das Licht hat sie aufgehangen
mit Nadelnägeln an jedem Baum
vom Rahmen tropft Harz auf die Erde
wie lange kann ich so noch weiterlaufen
- - -
ich trommel
den Wind herbei
und mit ihm den Regen
einen Sturm wilder Gesänge
Dschungel ist Dickicht in Lauten
mein Musikknochen vibriert so stark
dass Lianen beginnen lauthals zu brechen
- - -
ich hebe
meinen goldenen Schild
komm und lass dich blenden
Lichtungen verjüngen die alte Zeit
um in der Morgentaufrühe zu erwachen
Wipfel aus Wind weisen dir die Richtung
von meiner Rüstung fällt das Laub der Sonne
- - -
ich schäle
das Birkenlicht
von deiner Rindenhaut
bis es weiße Funken sprüht
aus Stille und Stillstand gezeugt
haben sich Steine zum Blühen vermählt
keine Hülle kann den Kern für immer verbergen
Steine
ich gehe spazieren
auf meinen Händen
öffnet der Himmel
eine weiße Wunde
aus Wolkenfleisch
Bläue tropft von den Fingern
während eine kleine Hagebutte
auf meiner Brust verblutet
ein Stein wächst heran
zu einer Insel
- - -
kleine Himmel blauer Seen
leuchten dem Auge der Sonne
Wasserwolken
streifen ihre große Wimper
der Sommer angelt mit Ästen
nach dem lautlosen Wind
und wir
wir steinigen das Licht
türmen Schattenberge empor
- - -
aus dem
gehäuteten Waldboden
schält sich die Frucht
Knochenknospen brechen entzwei
in voller Blüte
stehen die Steine
umdornt von blutigen Fingern
verdunkeln Lippen
die untergehende Sonne
- - -
täglich blühen blaue Münder
über den Rand der Steine
kehre zurück
in die Wolkenwälder
zu den Trägern des Himmels
an den Ort der heilenden Wunde
denn nur hier allein
durchschwamm das Licht die Sonne
und lass mich dein Lidschlag sein
und lüfte meine Wimpern aus Wind
Jahreszeiten
verjüngt
der Blick
lichterfrischt
frühlingsleicht
tagt dir
Lidschattenlose
die späte Knospe
im Augrund deiner Blütenschau
- - -
umsonnt
das Auge
luftgespiegelt
sanddornrot
glüht dir
Meerblicktrunkene
die sengende Welle
im Sommer deiner Sehnsucht
- - -
wacholdert
die Sicht
rauschelbeeräugig
windverzweigt
perlt dir
Sterntränenumtanzte
der jähe Herbst
im Morgentau deiner Ankunft
- - -
umwintert
die Pupille
lidgebrochen
wimpernvereist
taut dir
Regenbogenhäutige
das schneeweiße Blau
im Polarlicht deiner Fürsprache
Kontakt
tamon.taal[at]gmx.de
tamontaal